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Reiseführer Europa


Rezension: Die Eichsfelder Eisenbahn
Paul Lauerwald, Sutton Zeitreise

Die Eichsfelder Eisenbahn

Das Eichsfeld: Der Rezensent muss zugeben, dass es einiger Landkarten, einer Verkehrswegekarte, der im Buch abgedruckten historischen Karte und der Streckenkarten im Vor- und Nachsatz bedurfte, um eine „Feinjustierung“ und exakte Verortung vorzunehmen,- bisher war man meist nur mit Auto oder Bahn durchgefahren oder man hatte sich im Umfeld (südliches Harz-Vorland, am Rande des Thüringer Waldes) aufgehalten. Die beiden Streckenkarten bieten hervorragende Hilfen bei der Erschließung von Texten und Fotos; begleitet von einer topografischen Karte der Region werden die Streckenverläufe, besonders die der (leider stillgelegten) Nebenbahnen, erst richtig deutlich. Das Inhaltsverzeichnis nennt zwei ausführliche Kapitel, die sich mit Hauptbahnen und Nebenbahnen im Eichsfeld der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befassen. Jede der präsentierten Bahnstrecken wird fotografisch dokumentiert, ihre Geschichte in einem kurzen vorangestellten Text erläutert. Das Ensemble von Texten, Fotos und Streckenkarten zeichnet ein anschauliches Bild davon, wie es „damals“ war. Besonders gelungen ist der fast dreiseitige Einleitungstext: Hier stellt der Verfasser die Region Eichsfeld vor,- zuerst kurz geologisch / topografisch und dann in ihrer historischen Entwicklung; dabei wird sehr deutlich, wie Kleinstaaterei und Eigeninteressen manchen Fortschritt bremsten (der Leser mag die augenblickliche Situation in unserem Föderalstaat zum Vergleich heranziehen!). Ein drittes kurzes Kapitel über die Stichbahn zum Zementwerk in Deuna sowie die Chronik der Schienenwege des Eichsfelds runden dieses Buch ab.
Stellvertretend für den Zeitgeist, sichtbar in vielen Fotos dieses Bildbandes, mag die ganzseitige Präsentation des Bahnpersonals aus den 1930er Jahren bei ihrer Lok auf Seite 2 dienen,- damals war man noch „Wer“ als Eisenbahner (wobei der Herr Lokführer irgendwie bemerkenswert herausragt …). Man zeigte sich gern dem Fotografen, war stolz auf seine Bahn sowie auf die in ihrem Umfeld geleistete und zu leistende Arbeit, das Wort „Job“ war mit Sicherheit unbekannt. Dem Verfasser ist mit dem Bildmaterial wahrlich eine echte Dokumentation gelungen: Der Betrachter wird ins Bild gesetzt und zurückversetzt in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts (es gibt nur einige wenige Fotos aus der Zeit der DDR und der „Wende“), und er erfreut sich an alten Stadtansichten (Drucke historischer Postkarten), an Bahnhofsgebäuden, an Gleisplänen sowie immer wieder an Menschen, die sich entlang der Bahnstrecke bei der Arbeit am Gleis, beim Tunnelbau oder mit ihren Fahrzeugen präsentieren. Das soll nicht heißen, dass Züge und Loks zu kurz kommen: Dieses Buch präsentiert ein Gesamtbild aller irgendwie für den Betrieb der Eisenbahnen im Eichsfeld wichtigen und bestimmenden Faktoren,- von der Streckenführung über das Rollmaterial und die Bahngebäude bis hin zu den Menschen. Die Fotos sind fast alle halbseitig, einige ganzseitig; Bildtexte bieten Informationen über Zeit und Ort sowie Besonderheit des jeweiligen Bildinhalts.

„Dieser Bildband lädt zu einer nostalgischen Zugfahrt durch eine bisher viel zu wenig gewürdigte Bahnregion ein“ (Einband hinten), - bitte einsteigen und mitfahren, es gibt für jeden Eisenbahnfreund etwas zu sehen!

 


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