Um es sogleich zu sagen: Der Originalton Ost, der diesen Film auf weiten Teilen begleitet, ist schon etwas gewöhnungsbedürftig,- die jüngere Generation der diesen Film betrachtenden Eisenbahnfreunde mag darüber den Kopf schütteln, die Älteren werden sich sicher erinnern: Wessis kennen Intonation und Wortwahl aus den Mitschnitten der Fernseh-Nachrichten, Ossis werden sich deutlich an die langen Jahre sozialistischer Diktion erinnern, vielleicht mit 'gemischten' Gefühlen.
Wie dem auch sei, dieser Film macht überaus deutlich, wie in den Nachkriegsjahren auch bei der DR der DDR geschuftet wurde, und dies sicherlich weniger, um dem Sozialismus eine Freude zu bereiten, als vielmehr zu beweisen, zu welchen Leistungen man auch unter schwierigen Bedingungen fähig war,- die partei-konformen Original-Äußerungen einzelner 'Helden der Arbeit' sollten nicht darüber hinweg täuschen. Wie die DB in der BRD trug auch die DR in der DDR ihren gewaltigen Teil dazu bei, dass der wirtschaftliche Motor in Gang kam,- insofern ist dieser Film ein Hohelied auf die Reichsbahner.
Der Traktionswandel vom Betrieb mit Dampflokomotiven hin zum Einsatz von Dieselloks zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Der Kommentar (hier unpolitisch!) vergleicht beide Traktionsarten in Bezug auf Personal-Aufwand und Leistungen der Fahrzeuge und erklärt das Aufrüsten einer Groß-Diesellok sowie technische Details. Einblicke in den Betrieb Babelsberg beim Bau neuer Dieselloks vermitteln eindrucksvoll die Notwendigkeit für die Mitarbeiter, sich neues Knowhow aneignen zu müssen.
Am Beispiel der BR V 60 und der BR V 180 zeigt der Film die 'neue' Zeit der Traktion bei der DR: Sehr schöne Filmsequenzen begleiten die V 180 mit ihren Zügen unterwegs und die V 60 bei ihrer Arbeit im Verschiebeverkehr im Hafen Rostock und auf dem Güterbahnhof Seddin . Der Film zeigt auch die gegenseitigen Abhängigkeiten der Volkswirtschaften im damaligen Ostblock am Beispiel des Exportes von Reisezugwagen und des Imports von Groß-Dieselloks wie der V 200 ('Taigatrommel'), aber auch die Bedeutung des Exports von Dieselloks nach Übersee für die DDR. Nach diesem mehr sachbezogenen und informativen Film-Teil kommt dann wieder der unermüdlich für den Sozialismus schaffende Mensch ins Bild,- Eisenbahner aller Berufsrichtungen arbeiten beim Gleisbau unentgeltlich für den Bau des 'Express junger Sozialisten', für einen Doppelstock-Zug.
Wenngleich der Kommentar dieses Films für heutige Ohren auch eher etwas fremd und nicht der heutigen Zeit entsprechend erscheinen mag, so stellen Bild-Material und der gesprochene Text dazu doch ein wichtiges und wertvolles historisches Zeugnis dar; diese Produktion ist allen Eisenbahnfreunden, jüngeren und älteren, zu empfehlen.
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Text: Ingrid Walder und freie Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen des Walder-Verlags.
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