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Die deutschen Schnellzug-Dampflokomotiven

Es sind ziemlich genau 6.600 Lokomotiven, die hier in Wort, Bild und Tabelle ihren Platz finden. Darunter die 1A1 und die Crampton als die ältesten, die preußische S3 als die zahlenstärkste, die Reichsbahn-05 als die schnellste, die bayerische S3/6 als die vielleicht gelungenste und die ölgefeuerte Dreizylinder-01 der Bundesbahn als die stärkste. Andreas Knipping definiert die Schnellzuglokomotive anhand des zwingenden Kriteriums der großen Antriebsräder und arbeitet ihre Evolution von etwa 1850 bis zu den letzten Verfeinerungen um 1960 mit vielen Irrwegen und schönen Erfolgen heraus.

Produktdetails

ISBN: 9783956131127

Erschienen am 27.03.2020

GeraMond Verlag

192 Seiten

ca. 250 Abbildungen

Format 26,8 x 28,9 cm

Hardcover

Rezension: Die deutschen Schnellzug-Dampflokomotiven

„Es ist mir eine Ehre, ihre Geschichte“ (die der Schnellzug-Dampflokomotiven) „hier komprimiert darzustellen“ (Vorwort S. 5). Beim ersten Augenschein des Buches im Format 28 x 30 cm wünscht sich der Rezensent nicht zu umfangreiche  und schwierige Textpassagen im „Fachjargon“,- und dem Wunsch entspricht dieser repräsentative Bildband im vollen Maße.
Hier ist alles vertreten, das mit Beginn solider Fototechnik abgelichtet werden konnte, Schnellzug-Dampflokomotiven von archaisch anmutendem Aussehen aus der Anfangszeit bis hin zu den letzten Neubau-Exemplaren der 1950er Jahre. Das Inhaltsverzeichnis gibt 4 große Kapitel an, in denen jeweils die Entstehung und die Weiterentwicklung der Loks mit den großen Rädern dokumentiert werden. Texte und Fotos bilden dabei eine Einheit,- sicherlich gibt es Textstellen, auf die der Begriff „komprimiert“ (siehe oben) zutrifft, der Leser hat aber sogleich passende Fotos zur Anschauung, zum Abgleichen und zum Verständnis parat. Dem Verfasser ist es aus der Sicht des Rezensenten hervorragend gelungen, die Entwicklung bei der Anzahl der angetriebenen Achsen darzustellen,- hier verbindet er technische Aspekte und Neuerungen mit den veränderten sozialen Gegebenheiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts (das Reisen war „in“) und zeigt auf, wie politische Verhältnisse und Einstellungen Einfluss auf Konstruktion, Einsatz und Anzahl von Triebfahrzeugen hatten (so das Beharren Preußens auf die Achsfolge B im Gegensatz zu Innovationen im Süden der deutschen Lande sowie die Repräsentations-Sucht der NS- und DDR-Diktaturen).
Das Format des Buches bietet Platz für großflächige Fotos in Schwarz-Weiß, fast ausnahmslos historisch zu nennen, dabei in sehr guter Druck-Qualität. Für den Betrachter, der nicht so tief in der Materie steht wie der Verfasser, sind viele der abgelichteten Schnellzug-Dampfloks Objekte des schieren Staunens,- was da so alles auf deutschen Schienen gelaufen ist und dann mit solchen Leistungen, wie in den  einzelnen Kapiteln und in den sehr ausführlichen Bildtexten beschrieben.
Da der Rezensent noch einige Erinnerungen an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg besitzt, ist für ihn – und sicher auch wieder für jeden Leser – das 5. Kapitel („Letzter Aufschwung, später Glanz“) von großem Interesse; hier erscheinen noch einmal die Fahrzeuge, die man im Original und „leibhaftig“ gesehen hat (und die ggfls. auf der eigenen Modellbahn-Anlage laufen …). Sehr informativ die Darstellung der sog. Reko-Maßnahmen, sehr nostalgisch und etwas wehmütig anmutend das Ende der Ära der Schnellzug-Dampflokomotiven („Beschaffung Baureihe 10, 2 Stück …“ S. 169).
Aufgelockert und ergänzt werden die Seiten mit Fotos und fachlichem Text des Verfassers durch Erinnerungen an die Zeit der deutschen Teilung (S. 171), durch den Beitrag des Fachautors Dr. Mühl, durch diverse Statistiken (Verteilung der Loks auf Bw, von Länderbahnen beschaffte Loks), durch historische Drucke und Gemälde, durch Aufstellungen zur Beschaffung einzelner Baureihen, durch ausführliches Kartenmaterial zur Bespannung von Schnellzügen 1955 und 1961 sowie durch Fotos von Einsätzen in jüngster Zeit.
Dem Verfasser ist es im höchsten Maße gelungen, „Verständnis für die lange Entwicklungsgeschichte“ (der Schnellzug-Dampflokomotiven) „zu wecken“; dem Rezensenten ist es beim Durcharbeiten dieses Bandes deutlich geworden, dass es dem Verfasser wahrlich „eine Ehre“ war und ist, diese Geschichte darzustellen.

Dieses Buch ist sehr empfehlenswert und sollte in keiner Bibliothek des „wahren“ Eisenbahnfreundes fehlen.


Telemediengesetz (§6 Abs.1 Nr.1 TMG) - Hinweis:
Diese Rezension stellt der freie Journalist Peter Höhbusch für Eisenbahn-Europa kostenfrei zur Verfügung. Titelbild und Inhaltsbeschreibung sind vom jeweigen Verlag unentgeltlich bereitgestellt.

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