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Reiseführer Europa

(c) Ingrid und Achim Walder

50 Jahre Intercity in Deutschland

50 Jahre Intercity in Deutschland

Am 26. September 1971 ist der Intercity-Verkehr bei der Bundesbahn an den Start gegangen. „Deutschland im 2 Stundentakt“ so lautete ein Slogan aus dieser Zeit. Anfangs gibt es nur die 1. Klasse. Erst ab 1979 wird ein zweiklassiges Netz im Stundentakt geschaffen: „IC79 – jede Stunde jede Klasse“. Im Laufe der Jahre und besonders nach dem Mauerfall ist das IC-Netz stetig gewachsen. Heute bereichert der IC2 das Angebot.
Sehen Sie bei uns die Geschichte von den Anfängen bis heute. Zugpferde wie die Baureihen 103, 120 oder 101 werden Sie begeistern. Ein Blick in die Führerstände und in die Bahnbetriebswerke gehören genauso dazu wie unzählige Bahnhofs- und Streckenaufnahmen. Wir zeigen auch die ersten Gehversuche des IC2 mit Doppelstockwendezügen mit den Baureihen 146.5 und 147.5. Auch der IC2 Dosto-Triebzug fehlt natürlich nicht. 50 Jahre Intercity in Deutschland: Rückblick, Gegenwart und Zukunft des Fernverkehrs in Deutschland. 


Rezension: 50 Jahre Intercity in Deutschland

„50 Jahre von der Besonderheit zur Selbstverständlichkeit“ (Kommentar), das zeigt diese DVD sehr schön. Man könnte aber auch boshafterweise sagen: Vom Superzug mit Superausstattung und Superservice hin zum Zug mit veralteten Wagen und geringerem Komfort: Nimmt man die Kommentare zur heutigen Situation gegen Ende  des Films, so scheint es, als wolle man von Seiten der Bahn den Kunden den ICE4 schmackhaft machen,- hoffentlich kommt dann wieder das Feeling vom Beginn des IC-Verkehrs zurück …
Wer diese DVD gesehen hat, weiß nun mehr Bescheid über „Berühmte Züge und Lokomotiven“ (Untertitel) des IC-Verkehrs von den Anfängen ca. 1970 bis zur Gegenwart. Und der Betrachter mag staunen ob der Vielfalt an Wagengarnituren, Triebfahrzeugen und Konzepten. Wieder etwas boshaft geneigt, kann man auch von einem Konzept- und Triebfahrzeug-Wirrwarr sprechen …, natürlich keine Schwäche der Produktion, sondern ein Pluspunkt: Hier wird nichts vergessen! 1. Klasse, 1. + 2. Klasse, 2-Stunden-Takt, 1-Stunden-Takt, jede Stunde jede Klasse,- alles wird thematisiert. Und die ersten IC-Strecken, noch richtig exklusiv wahre „Cities“ verbindend, und später dann fast überall hin (Nordsee, Ostsee, Alpen, kleinere und weniger bedeutsame Städte, wahrlich keine „Cities“), aber leider auf Kosten des Komforts und der Schnelligkeit. Etwas ausführlicher wird die Geschichte der beiden „Haupt-Zugpferde“ BR 103 und BR 101  betrachtet, aber dann ziehen die Produzenten alle Register bei der Dokumentation der Zugloks; wenn der Rezensent nun alle gezeigten Triebfahrzeuge aufzählt, so will er damit beweisen, wie genau die Filmemacher recherchiert, gefilmt und zusammengestellt haben. Und er will den potentiellen Käufern der DVD einen Eindruck davon liefern, was sie an Vielfalt erwartet: Loks der Baureihen 101, 103, 110, 110.5, 111, 112.1, 115, 120, 143, 146, 147, 181.2, 182, 218, 229, 232, 245, Triebwagen der Baureihen VT 601 und 612 sowie ET 403 und Stadler DoSto-Triebwagenzüge.
Die Filmaufnahmen zeigen eine Fülle von historisch zu bezeichnenden IC-Zügen unterwegs; ein Schwerpunkt liegt hier auf dem Raum Berlin während der 1990er Jahre (daher die hohe Anzahl „exotischer“ Triebfahrzeuge),- wegen der Loks interessant, landschaftlich etwas langweilig; alle Eisenbahnfreunde kennen zwar die Bonbon-Fotostandorte z.B. entlang des Rheins, aber einige Aufnahmen von der Rheinstrecke (Loreley) oder von Köln hätten noch für Abwechslung sorgen können. Eine kleine Korrektur: Der gefilmte IC vor der Alpenkulisse ist im Raum Garmisch-Partenkirchen unterwegs, nicht bei Oberstdorf (die Alpspitze im Hintergrund!). Sehr schön dokumentiert wird der Wandel der Farbschemata bei Loks und Waggons, und dem Rezensenten sei der subjektive Kommentar erlaubt: Einiges war wirklich nicht gelungen, aber die „bunten“ Züge der 1990er Jahre waren doch nicht ganz so schlecht! Aufnahmetechnik und Kameraführung sind wieder bestens, die Geschwindigkeit der Züge kommt eindrucksvoll „über“, Züge werden komplett in Szene gesetzt. Nicht auszudenken, wenn digitale Aufnahmetechnik schon vor 50 Jahren zur Verfügung gestanden hätte!

Diese DVD ist eine gelungene Produktion, historisch interessant und bedeutsam zur Dokumentation deutscher Eisenbahngeschichte. Sehr empfehlenswert.

Peter Höhbusch

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Herausgeber: Walder-Verlag
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Ingrid Walder und Achim Walder
Mitarbeiter/innen: Ralf Bayerlein, Peter Höhbusch, Christoph Riedel, Manfred Diekenbrock, Eva Lenhof, Sebastian Walder, Elke Beckert,
Text: Ingrid Walder und freie Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen des Walder-Verlags.

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