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Westfälisches Feldbahnmuseum Lengerich

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Westfälisches Feldbahnmuseum Lengerich

Irgendwie sehen sie aus wie Spielzeuge. Die im Vergleich zum 'Original' eher beschaulichen Ausmaße vermitteln keinen Eindruck davon, welche Bedeutung diese 'putzigen' Gefährte einmal hatten. Die so genannten Feldbahnen waren in der Aufbruchphase des Industriezeitalters wichtige Arbeitsgeräte. Bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurden die Schmalspur-Eisenbahnen auch im Münsterland und im Osnabrücker Land eingesetzt. 50 alte Loks und 130 Loren finden sich heute in der Sammlung des Westfälischen Feldbahnmuseums Lengerich. Einst waren sie ein unverzichtbares Transportmittel in der Kalk- und Ziegelindustrie, im Kohlen- und Erzbergbau. Von den Gewinnungsstätten brachten sie Rohstoffe zu den Verarbeitungsbetrieben und sorgten zudem für den Transport der schweren Güter innerhalb der Unternehmen. Feldbahnen beförderten Sand, Ton, Kalkstein oder Kohle aus den Gruben und Brüchen der Region zu den Werken. Der industrielle Fortschritt und die technischen Weiterentwicklungen jedoch machten den Feldbahnen schon in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu schaffen, um 1950 landeten viele von ihnen bereits auf dem Abstellgleis. Schon bald erinnerten nur noch die ehemaligen Gleistrassen an sie: Lastkraftwagen und Förderbänder ersetzten die 'stählernen Arbeitstiere'. Das Westfälische Feldbahnmuseum Lengerich hat sich zum Ziel gesetzt, noch vorhandene Bahnen aus der Pionierzeit des Industriezeitalters für die Nachwelt zu erhalten. Die Mitglieder des Vereins Eisenbahnfreunde Lengerich haben zahlreiche Loks und Loren vom Abstellgleis geholt, restauriert und wieder 'unter Dampf' gesetzt. Den Besuchern in Lengerich bietet sich dadurch eine Sammlung zum Anfassen, Erleben und Staunen. Auf den Gleisen am denkmalgeschützten DB-Stellwerk in Lengerich präsentieren die Eisenbahnfreunde ihre Lieblinge. Neben Dampflokomotiven der Baujahre 1914 bis 1950 sind auch zahlreiche Dieselloks ausgestellt, die von 1928 bis in die heutige Zeit hinein gebaut worden sind. Auch Elektromodelle für den Einsatz unter Tage und sogar eine Lokomotive mit Akkubetrieb zählen zu den Exponaten am DB-Stellwerk. Eine Feldbahn-Gleiswaage, ehemals in der Drahtseilerei Gempt in Lengerich im Einsatz, findet ihren neuen Standort ebenfalls auf dem alten Bahngelände. Doch die alten Bahnen und Loren waren nicht nur im Münsterland im Einsatz – einige der Modelle wurden sogar hier gebaut. So stellte die Firma Windhoff im nahen Rheine auch Feldbahnloks her. Noch heute baut das Unternehmen dort Schienenfahrzeuge. Zu den besonderen Highlights der Ausstellung zählt jedoch ein ganz einfaches Gleis: Die Rarität stammt noch aus dem Jahr 1892.

Eisenbahn-Europa (private Eisenbahnseite)

Herausgeber und Autor: Achim Walder
Mitarbeiter/innen: Sebastian Walder, Andrea Junk, Elke Beckert
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Ingrid Walder, Achim Walder und Freunde / Mitarbeiter
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