Dieses Buch erinnert an die wohl aufregendste Epoche in der Eisenbahngeschichte von Gera und den Strecken Ostthüringens, die viele Eisenbahnfreunde noch in Erinnerung haben werden: Die Zeit des Traktionswandels, der Epoche zwischen der Dampflokzeit und der Ablösung durch Diesellokomotiven. Dieses "Nebeneinander" währte in der Region immerhin zwei Jahrzehnte von 1966 bis 1986.
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Der Traktionswechsel bei der DR im Raum Gera in der Zeit von 1966 bis 1986 (1989) ist Thema dieses Albums, das „diese Epoche, die für viele Eisenbahnfreunde die prägende war, in Erinnerung rufen“ möchte (Zum Geleit S. 5),- dies ist – um es gleich vorweg zu sagen – vollauf gelungen. Geht man das Inhaltsverzeichnis durch, so erkennt man, dass der Verfasser detailliert zur Sache gegangen ist.
Das Kapitel „Traktionswechsel in Gera und Ostthüringen 1966 bis 1986“ zeichnet Jahr für Jahr auf, wie peu à peu der Traktionswechsel verlief: Hier listet der Verfasser komprimiert Einsätze von Loks, Zugläufe, Zu- und Abgänge bei den BW sowie Typen von Loks auf. Er steht dabei voll in der Materie, das präsentierte Zahlenmaterial (Jahreszahlen, Lok-Nummern, Lok-Typen) versetzt den Leser in die thematisierte Epoche, in das im Focus stehende Jahr. Unterstützt werden die kurzen, aber sehr informativen Lesetexte durch Schwarz-Weiß-Fotos der jeweils dominierenden Triebfahrzeuge, dabei jedes Foto mit meist sehr ausführlichen Bildtexten: Lok, Datum, Uhrzeit, Ort / Bahnhof / Gleis, Einsatz und erbrachte Leistung der Lok, Zugnummer, Wagenpark, Veränderungen und Besonderheiten des Erscheinungsbildes von Zügen sowie wiederum Zahlenmaterial. Der Leser kann bei jedem Foto verweilen; es gilt, so viele Informationen, die damit verbunden sind, aufzunehmen / zu „verarbeiten“! Folgt man diesem Kapitel, so wird der Traktionswechsel von Dampf zu Diesel wahrlich deutlich.
Ein Highlight dieses Bildbandes ist für den Rezensenten das Kapitel „Die siebziger Jahre – Geras Eisenbahn in Farbe“,- beeindruckend die Qualität der Farbfotos und die Motive (Züge in Bewegung unter Dampf und Diesel in und um Gera). Dazu geben die Bildtexte ausführliche Beschreibungen und Erklärungen und setzen den Betrachter umfassend ins Bild.
Die folgenden beiden Kapitel, bei denen der Verkehr in der Umgebung großer und kleiner Bahnhöfe in und um Gera im Mittelpunkt steht, zeigen eindrücklich die Fahrzeug-Vielfalt sowie Stadtansichten und Bahnhöfe / Bahngebäude aus vergangener Zeit,- Fotos, die als historisch zu bezeichnen sind, zumal viele Gebäude und Einrichtungen entlang der Gleise längst verschwunden sind. Auch hier überzeugen wieder die Texte zu den einzelnen Schwarz-Weiß-Fotos durch Einzelheiten / Genauigkeiten, die so nur auf einer eingehenden Recherche sowie der Orts- und Sach-Kenntnis des Verfassers beruhen können.
Es geht weiter mit Fotos aus dem BW Gera,- welcher Eisenbahnfreund bedauert da nicht das Verschwinden der Rundschuppen mit den „Fahrzeugparaden“ (Text zu Bild 159) und der Anlagen zur Versorgung der Dampfloks …
Die Bildtexte der Kapitel „Sonderzüge und Kurioses“ sowie über Güterzüge und Reisezüge hinterlassen beim Leser und Betrachter auch diesmal keine „Wissenslücken“, hier kann man wahrlich bei jedem Foto verweilen,- umfassender kann man kaum ein Bild, einen Eindruck des damaligen Aufnahme-Zeitpunktes, des Augenblicks der abgebildeten Szene sowie der Hintergründe und Zusammenhänge der präsentierten „Realität“ gewinnen!
Der Anhang bietet reichlich und detailliert Zahlenmaterial über Indienststellungen, Ausmusterungen und Triebfahrzeug-Bestände des BW Gera in der Zeit von 1966 bis 1990, eine Fundgrube für jeden Statistiker.
Wie eingangs erwähnt, „diese Epoche“ (des Traktionswandels), „die für viele Eisenbahnfreunde die prägende war“, in Erinnerung zu rufen, ist dem Verfasser im hohen Maße gelungen; das Eisenbahnalbum Gera ist jedem Eisenbahnfreund sehr zu empfehlen.
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Herausgeber: Walder-Verlag
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Ingrid Walder und Achim Walder
Text: Ingrid Walder und freie Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen des Walder-Verlags
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