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Öchsle Museumsbahn
zwischen Ochsenhausen und Warthausen

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Öchsle Museumsbahn zwischen Ochsenhausen und Warthausen

Die Öchsle-Museumsbahn ist eine württembergische Schmalspurbahn mit der Spurweite 750mm zwischen den oberschwäbischen Orten Ochsenhausen und Warthausen. Seit 1985 verkehrt sie als Museumseisenbahn auf der 22km langen Strecke im Landkreis Biberach. Mit Warthausen, Maselheim und Ochsenhausen wird das Gebiet von drei Gemeinden durchquert. Durch das Engagement des Öchsle Schmalspurbahn Vereins. unterblieb der Abbau der Strecke. Das restliche Rollmaterial ging an den Öchsle Schmalspurbahn. Nach Instandsetzungsarbeiten an der Strecke nahm die Museumsbahn 1985 den Betrieb zwischen Warthausen und Ochsenhausen auf. Das Öchsle war dabei die erste Bahn in Deutschland, die nach den neuen Regelungen den Betrieb aufnehmen wollte und war somit zu einer Art Vorreiter für die Regelung der Ausführungsdetails geworden. 1995 wurde die Öchsle Bahn AG als Eisenbahninfrastrukturunternehmen gegründet. Diese Aktiengesellschaft ist Eigentümerin der Gleisanlagen. Sie ist für den laufenden Unterhalt der Anlagen verantwortlich. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Ochsenhausen GmbH wurde im gleichen Jahr gegründet. 2001 wurde die Öchsle Bahn Betriebs-GmbH gegründet. Zur Durchführung des Touristikverkehrs wurde der größte Teil des rollenden Materials des Öchsle Schmalspurbahn übernommen. 2002 wurde der Fahrbetrieb ein drittes Mal aufgenommen. Der Fahrzeugpark wurde in den folgenden Jahren durch Zukäufe, Anmietungen und Leihgaben ergänzt. In den letzten Jahren konnte die jährliche Zahl der Fahrgäste auf über 40.000 gesteigert werden.

Herausgeber und Autor: Achim Walder
freie Mitarbeiter: Sebastian Walder
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Öchsle Bahn

© Walder-Verlag, Kreuztal, www.walder-verlag.de - e-Mail an den Walder-Verlag
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Ur-Öchsle-Lok 99633: württembergische Mallet Tssd. Technik: Leistung: ca. 250PS, Gewicht: 28,7t. Sehr seltene Bauart 'Mallet' (benannt nach ihrem Erfinder, dem Schweizer Ingenieur Jules T. Anatole Mallet): Vier Dampfzylinder (zwei Hochdruck- und zwei Niederdruckzylinder) arbeiten im Verbund und sorgen damit für einen wesentlich besseren Wirkungsgrad als bei einer vergleichbaren Dampflok mit den üblichen zwei Zylindern. Zwei Zylinder sind in einem beweglichen Triebwerk angeordnet, was zu einer sehr guten Kurvenläufigkeit und einer Schonung des Gleises führt.

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Restaurierung durch den Öchsle Schmalspurbahnverein: Zerlegen der Lok; Aufarbeitung von Komponenten; Hilfe bei der Endmontage; Planung, Überwachung und Finanzierung des Gesamtvorhabens. Für Kauf und Restaurierung hat der Öchsle-Schmalspurbahn e.V. insgesamt 360.000€ in die Lok investiert, finanziert durch Spenden, Veranstaltungen und den Betrieb des Öchsle- Speisewagens.

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Hintergrundinformationen: Die Ur-Öchsle-Lok 99 633 wurde 1899 von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut und im Januar 1900 als dritte Lokomotive an das Öchsle ausgeliefert. Abgesehen von kürzeren Aushilfseinsätzen auf der Bottwartalbahn Marbach – Heilbronn und der Zabergäubahn Lauffen – Leonbronn hat sie ihr ganzes aktives Leben in Oberschwaben verbracht. 1969 wurde sie als letzte ihrer Baureihe nach einer Laufleistung von drei Millionen Kilometern ausgemustert und an die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. verkauft. Nur zwei von neun Loks dieser Baureihe sind erhalten geblieben: Neben 99 633 noch die in Bad Buchau als Denkmal aufgestellte 99 637. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte restaurierte die Lok umfangreich in Eigenleistung und setzte sie ab 1982 im Museumsverkehr auf der Jagsttalbahn Möckmühl – Dörzbach ein. 1985 wurde die Lok nach Ochsenhausen verliehen und zog dort den Eröffnungszug der neu entstandenen Museumsbahn. 1990 wurde die Lok nach eine Unfall mit einem PKW im Dampflokwerk Meiningen instand- gesetzt und anschließend im Lokschuppen Möckmühl hinterstellt. Eine Wiederinbetriebnahme der Jagsttalbahn hatte sich jedoch zerschlagen und so kehrte die Lok 2002 abermals als Leihgabe nach Ochsenhausen zurück. Mittlerweile nicht mehr betriebsfähig wurde sie im Lokschuppen Ochsenhausen abgestellt. 2007 konnte sie nach langjährigen Bemühungen durch den Öchsle-Schmalspurbahn e.V. erworben werden. Unverzüglich begannen die Planungen für die Aufarbeitung.

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Aufarbeitung: Das Material des mittlerweile 115 Jahre alten Kessels der Lok hätte eine Aufarbeitung nicht mehr mitgemacht. Deshalb wurde 2011 bei einer Spezialfirma in Graz ein neuer Kessel in Auftrag gegeben. Die Lok wurde in Ochsenhausen grossteils zerlegt, alle Teile dokumentiert und die Schäden aufgenommen. Wegen der hohen Auslastung der ehrenamtlichen Öchsle-Mitarbeiter wurde entschieden, die Montage und Inbetriebnahme der Lok fremd zu vergeben. Den Auftrag erhielt die Werkstatt der Zillertalbahn in Jenbach / Tirol. In den Öchsle-Werkstätten Warthausen und Ochsenhausen wurden als Eigenleistung zahl- reiche Komponenten aufgearbeitet und zur Montage nach Jenbach geliefert. Mehrere Male reisten Vereinsmitglieder nach Jenbach und beteiligten sich dort an Montagearbeiten. Die Arbeiten wurden laufend von unserem Vereinsmitglied und Sachverständigen Prof. Dr. Martin Cichon überwacht. Inklusive Kauf und Kesselneubau hat der Verein 360.000 € in die Lok investiert. 65.000 € haben die Denkmalstiftung Baden-Württemberg und das Land als Zuschuss beigetragen. Der Rest wurde vom Verein über Spenden, Veranstaltungen und den Betrieb des Speisewagens erwirtschaftet.

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Inbetriebnahme: Im Oktober 2014 war die Lok fertiggestellt. Der neue Kessel wurde sehr langsam über mehrere Tage hochgeheizt, um Verspannungen zu vermeiden, die durch die Montage aller Komponenten im kalten Zustand entstehen können, und um die Dichtigkeit zu prüfen. Am 3. November war es dann soweit. Es konnten erste Probefahrten unternommen wer- den. Nach ersten Gehversuchen im Bahnhofsbereich erfolgten Leerfahrten auf der Strecke der Zillertalbahn. Hier galt es vor allem alle Lagerungen, die Schmierung, die Dichtigkeit aller Leitungen und die Funktion aller Ventile und Komponenten wie Luftpumpe, Lichtmaschine etc. im Betrieb zu prüfen. Außerdem musste sich das Öchsle-Lokpersonal erst langsam mit der Bedienung der Lok vertraut machen. Höhepunkt war dann eine Lastprobefahrt, bei der ein 93 Tonnen schwerer moderner Personenzug als Anhängelast gezogen wurde. Dabei konnte die Lok ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. Diese Probefahrten verliefen sehr erfolgreich und zeigten die hervorragende Qualität der Arbeiten aller Beteiligten. In der Woche darauf wurden verschiedene kleinere Nacharbeiten erledigt und bei weiteren Probefahrten geprüft. Abschluss und Höhepunkt der Inbetriebnahme war die öffentliche Sonderfahrt auf der Zillertalbahn am 22. November bei strahlendem Sonnenschein. Die offizielle Inbetriebnahme auf dem Öchsle erfolgt mit einer Sonderfahrt am 25. April.

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Zukünftiger Einsatz: Seit vielen Jahren ist auf dem Öchsle nur eine betriebsfähige Dampflok vorhanden, während sich die andere in der sehr aufwändigen Hauptuntersuchung befindet. Das sind im Wechsel die beiden Loks 99788 'Berta' und 99716 'Rosa'. Obwohl beide Loks sehr zuverlässig laufen, birgt das natürlich ein gewisses Risiko. Bei einem größeren Schaden könnte unter Umständen über längere Zeit keine Dampflok eingesetzt werden, was ein ganz erheblicher Attraktivitätsverlust wäre. Mit 99633 steht jetzt eine zweite Lok zur Verfügung und kann den Dampfbetrieb sicherstellen. Aufgrund des Alters und des besonderen Wertes der Lok, soll sie überwiegend bei Sonderveranstaltungen und Sonderzügen eingesetzt werden. Sie wird aber auch verschiedene Plantage übernehmen. Beim Bahnhofsfest können zukünftig sogar zwei Dampfloks in Betrieb erlebt werden. Die Lok besitzt bei Eisenbahnfreunden einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und stößt auf sehr großes Interesse. So gibt es hier bereits Anfragen speziell für Sonderfahrten mit der Lok.

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Besonderheiten:




Öchsle Bahn

Kontakt zum Öchsle Schmalspurbahn e. V.
Postfach 1228 · 88412 Ochsenhausen · verein@oechsle-bahn.de


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